Czochralski-Verfahren

Das Czochralski-Verfahren (Cz) ist auch als „Kristallziehen“ oder „Ziehen aus der Schmelze“ bekannt. Bei diesem Verfahren wird z. B. hochreines Silizium (Si) zunächst geschmolzen und dann unter streng kontrollierten Bedingungen zu einem monokristallinen Zustand erstarren gelassen. Das Verfahren ermöglicht hohe Wachstumsraten bei ausgezeichneter Prozesskontrolle. Mit dem Czochralski-Verfahren hergestelltes monokristallines Silizium ist das dominierende Substratmaterial für die Halbleiterindustrie (z. B. Wafer für integrierte Schaltkreise und fortschrittliche Mikrosysteme) und wird auch in der Photovoltaik eingesetzt. Das Verfahren liefert eine hohe Ausbeute und eine gleichbleibende Kristallqualität und unterstützt Ingots mit großem Durchmesser und strenge Gerätespezifikationen.

 

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Höchste Standards in der Kristallzucht

Perfektes Silizium

Die immer anspruchsvolleren Anforderungen der modernen Mikroelektronik zeichnen sich durch immer höhere Qualitätsanforderungen aus, um die kontinuierliche Verringerung der Strukturgrößen bei gleichbleibender Kosteneffizienz zu ermöglichen. Hierbei gilt es durch eine perfekte Anlagensteuerung in Verbindung mit einer perfekt angepassten Hot Zone den optimalen Prozess für die Herstellung von „Perfect Silicon“ zu ermöglichen. Diese Bedingungen müssen während des gesamten Prozesses aufrechterhalten und überwacht werden, was höchste Anforderungen an die Zug-, Steuerungs- und Rückkopplungssteuerungssysteme stellt. Zusätzliche Herausforderungen ergeben sich aus der Notwendigkeit, Konvektionsströmungen in der Schmelze, Gasströmungen in der Prozesskammer sowie Temperaturgradienten an der Erstarrungsfront und im abkühlenden Kristall zu kontrollieren.

Der Prozess

Am Beispiel von Silizium wird zunächst hochreines polykristallines Silizium in einem Quarz-Tiegel in einem Czochralski-Einkristallziehsystem unter einer kontrollierten Argonatmosphäre geschmolzen. Dazu wird ein Widerstandsheizer verwendet. Sobald sich die Temperatur der Schmelze in der Nähe des Siliziumschmelzpunktes bei etwa 1.412 °C stabilisiert hat, wird ein rotierender monokristalliner Siliziumkeim in die Schmelze getaucht. Ein leichter Temperaturabfall löst die Kristallisation von Silizium auf dem Keimkristall aus. Wenn der Keimkristall langsam nach oben gezogen wird, bildet sich darunter ein zylindrischer monokristalliner Siliziumblock. Durch präzise Steuerung der Zuggeschwindigkeit, der Kristall- und Tiegelrotation sowie des axialen Temperaturgradienten kann ein Einkristall mit der Gitterorientierung des Keimkristalls bei einem konstanten Zieldurchmesser gezüchtet werden.
Zum Vergleich werden zum Beispiel bei Germanium Graphittiegel anstelle von Quarz verwendet und die Prozesstemperaturen an den niedrigeren Schmelzpunkt von ca. 938 °C entsprechend angepasst.

Mehr als nur Silizium

Neben Silizium wird das Verfahren aber auch für andere Materialsysteme wie beispielsweise Germanium eingesetzt. Auch wenn beide Materialien chemisch ähnlich sind (beide sind in der 4. Hauptgruppe des Periodensystems), so sind die Prozessparameter für das Czochralski-Verfahren unterschiedlich. Bedingt durch die niedrigere Viskosität und Oberflächenspannung und geringere Wärmeleitfähigkeit des Germaniums ist die Kontrolle des Wachstumsprozesses schwieriger als für Silizium und die Kristallziehgeschwindigkeit ist geringer. Eingesetzt wird Germanium typischerweise in der Elektronik als Halbleiterbauelement und als Fenster- oder Linsenmaterial in IR-Optiken. Hochreine Ge-Einkristalle werden auch als Strahlendetektor in der Nuklearmedizin oder Kerntechnik verwendet.

Weitere Verwendung des Czochralski-Verfahrens liegt z. B. im Wachstum von optischen (Laser-)Kristallen. Seltener wird es heute auch noch für Saphir genutzt.

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Nahaufnahme eines großen Kristalls in einem Reaktor mit sichtbarem Kegeldeckel darüber.
Graphic showing the sequential steps of the Czochralski process for growing high‑purity monocrystalline silicon
Kreisförmige Schmelze in einem Tiegel mit zentriertem Kristallzucht-Keimstab, Draufsicht.

Industrien im Fokus

Das Wachstum monokristalliner Kristalle ist heute in einer Vielzahl von Anwendungsbereichen unverzichtbar. Für die Photovoltaik sowie die Halbleiterindustrie — einschließlich Logik- und Speicheranwendungen als auch Leistungselektronik — gewährleistet die regelmäßige Gitterstruktur hochreiner monokristalliner Kristalle eine effiziente Produktion, die den Anforderungen der Zukunft gerecht wird.

Halbleiter

Czochralski (Cz)-gewachsene Siliziumwafer sind die grundlegenden Substrate für Logik-, Speicher-, Analog-/Mischsignal- und Energiemanagement-ICs. Dabei werden zuletzt für Hightech-Anwendungen immer mehr unterschiedliche Kristallorientierungen gezogen.

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Leistungselektronik

Cz-gewachsene Siliziumwafer werden häufig für Hoch- und Mittelspannungsgeräte wie IGBTs, MOSFETs, Dioden und Thyristoren verwendet. Hier kommen neben den aktuellen dominierenden 200 mm Wafern auch noch vermehrt 300 mm Wafer zum Einsatz.

Photovoltaik

Cz-gewachsene Siliziumwafer eignen sich aufgrund ihrer gleichmäßigen Kristallstruktur und geringen Defektdichte ideal für hocheffiziente Solarzellen. Im Vergleich zur Halbleitertechnik wird hier mit höheren Ziehgeschwindigkeiten gearbeitet, um den Output zu erhöhen.

Energie

Der Czochralski-(Cz)-Prozess ist die führende Technologie zur Herstellung großer, qualitativ hochwertiger monokristalliner Silizium-Ingots, die in hocheffizienten Solarzellen eingesetzt werden. Durch kontrollierte thermische Bedingungen und stabile Ziehdynamik garantiert das Czochralski-Verfahren eine exzellente Materialreinheit, Homogenität und Kristallstruktur. Die aus den Ingots hergestellten Si-Wafer werden unter anderem als Ausgangsmaterial für die Produktion von Solarzellen verwendet. Diese Solarzellen werden für die Herstellung von PV-Modulen verwendet, mit denen Photovoltaikanlagen betrieben werden.

Silizium-Halbleiterchips kommen darüber hinaus in der Energietechnik außerhalb der Leistungselektronik insbesondere in intelligenten Stromzählern, Sensoren, Automatisierungs- und Kommunikationssystemen sowie in Mess- und Überwachungsgeräten zum Einsatz. Sie ermöglichen präzise Datenerfassung, zuverlässige Überwachung und effiziente Steuerung von Energieanlagen. Dank der hohen Integration, Zuverlässigkeit und Kosteneffizienz von Silizium bieten diese Chips optimale Voraussetzungen für ein modernes Energiemanagement.

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Die Systeme zeichnen sich aus durch

  • Präzision: Präzise gefertigte Antriebseinheiten ermöglichen eine reproduzierbare Prozesssteuerung und die Herstellung von Kristallen bestmöglicher Qualität.
  • Automatisierung: Vollautomatische Prozesssteuerung sowie automatisierte Hebe- und Schwenkvorgänge. Der Automatisierungsgrad in allen Produktionsschritten wird kontinuierlich erweitert.
  • Sicherheit: Umfassende Sicherheitskonzepte mit mehrfach redundanten Schutzsystemen, kontinuierlicher Überwachung aller kritischen Prozessparameter und automatischen Notabschaltungen gewährleisten maximale Betriebssicherheit. Dies ermöglicht einen zuverlässigen und sicheren Betrieb selbst in anspruchsvollsten Produktionsumgebungen und minimiert das Risiko von Ausfallzeiten oder Schäden.
  • Anpassung: Mit jahrzehntelanger Entwicklungskompetenz und modularen Komponenten ist PVA TePla ideal positioniert, um optimale Lösungen für kundenspezifische Anforderungen zu liefern.
  • Support & Service: Ersatzteilversorgung, Systemanpassung und -optimierung werden durch den direkten Kontakt mit den Experten von PVA TePla gewährleistet.

Eine Grundlage der digitalen Transformation

Was mit dem zufälligen Eintauchen eines Stifts in geschmolzenes Zinn begann, hat sich zum wichtigsten Kristallzüchtungsverfahren in der Mikroelektronik und Photovoltaik entwickelt und bildet die Grundlage für die rasante digitale Transformation von Industrie, Wissenschaft und Gesellschaft. Das nach Jan Czochralski benannte Czochralski-Verfahren ist inzwischen für die industrielle Produktion ausgereift und wird derzeit zur Herstellung von Siliziumkristallen mit einem Durchmesser von bis zu 300 mm (für Siliziumbauteile sind auch größere Durchmesser möglich) und einem Gewicht von bis zu 1.000 kg eingesetzt. Zu diesem Zweck wird hochreines Silizium in einem Quarzgefäß bei ca. 1.412 °C geschmolzen und der einkristalline Siliziumblock wird aus der Schmelze durch kontrollierte Erstarrung unter Verwendung eines Impfkristalls gezogen.

PVA TePla betreibt ein eigenes Entwicklungslabor, in dem die neuesten Themen in der System- und Prozessentwicklung in enger Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten erforscht, angewendet und getestet werden. Jeder neu entwickelte Systemtyp und sämtliches zugehörige Zubehör wird hier intensiven Tests unterzogen. Dies gilt nicht nur für die Czochralski-Technologieentwicklung, sondern für das gesamte PVA TePla-Produktportfolio.

Technischer Support

Unser Technischer Support im Bereich Czochralski-Technologie umfasst umfassende Prozessunterstützung für Silizium- und Germanium-Prozesse sowie weitere Materialien. Für Silizium bieten wir Support für Semi-Si- und PV-Si-Prozesse mit Ingotdurchmessern bis zu 12 Zoll. Im Bereich Germanium unterstützen wir die Züchtung monokristalliner Ge-Ingots mit individuell abgestimmtem Durchmesser. Darüber hinaus bieten wir gemeinsame Prozessentwicklungen für andere Materialien an.
Unsere Unterstützung erfolgt flexibel – sowohl vor Ort als auch remote, stets in enger Abstimmung mit unseren Kunden. Wir bieten Simulationen von Kristallwachstumsprozessen und stellen Hotzone-Designs basierend auf bewährten PVA-Prozessen für Silizium und Germanium in verschiedenen Größen zur Verfügung. Mit unserer langjährigen Erfahrung im Bereich Semiconductor und Photovoltaik begleiten wir unsere Kunden bei der Entwicklung und Optimierung ihrer eigenen Produktionsprozesse.

Nachhaltige Produktion. Made in Europe.

Zum Bau von Standard- und kundenspezifischen Druckkesseln, Komponenten und Vakuumkammern verfügen wir über eine eigene Fertigung in Europa, die vollständig ohne fossile Brennstoffe betrieben wird und damit unserem Nachhaltigkeitsanspruch entspricht.

Die Vorteile im Überblick

  • Schnelle Lieferzeiten: Größere Unabhängigkeit von externen Zulieferern
  • Flexible Anpassungen: Kurzfristige Designänderungen können unmittelbar berücksichtigt werden
  • Verlässliche Materialverfügbarkeit: Konstante Verfügbarkeit hochwertiger Materialien durch Nähe zu langjährigen Partnern
  • Beste Qualität in der Verarbeitung inkl. Normen: Durch die Durchführung von Schweißarbeiten im eigenen Haus kann die Konformität der Verbindungen direkt überwacht werden, was für die Einhaltung von Normen wie UNI EN ISO 3834 unerlässlich ist.
  • Höchste Standards: Selbstverständlich erfüllt unser Werk unsere hohen Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit
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Nahaufnahme von Kristallzucht-Behälteröffnungen mit Metallflanschen und Kondensation auf der Oberfläche.

Die Czochralski Systeme in der Übersicht

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SC-Line

Innerhalb der SC-Line bietet PVA die modernste Czochralski Anlage auf dem Markt mit vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten an. Hierbei können zum Beispiel verschiedene Kesselaufbauten (3 oder 5-teilig) oder auch unterschiedliche Automatisierungsgrade gewählt werden. Die SC-Line bietet dabei ein kompaktes, flexibel konfigurierbares Czochralski-System zur Herstellung von monokristallinen Siliziumblöcken für die Halbleiterindustrie, welches die Produktion von Blöcken mit einem Durchmesser von 200 bis 300 mm (8 bis 12 Zoll) in großen Stückzahlen ermöglicht. 

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[Translate to German:] CGS1218

CGS1218

Die CGS1218 ist eine leistungsstarke Kristallzuchtanlage für die Halbleiterindustrie, das für die Herstellung hochreiner Siliziumingots mit ausgezeichneter Reproduzierbarkeit und Ausbeute entwickelt wurde. Das System ist entweder mit einem Wellen- oder einem Kabelantrieb für Kristalle erhältlich und bietet eine präzise, hochlineare Steuerung der Ziehgeschwindigkeit und Rotation für eine stabile Durchmesserkontrolle und gleichbleibende Kristallqualität. Die fünfteilige Prozesskammer bietet Platz für 32- bis 36-Zoll-Heißzonen und ist für die aktive Kristallkühlung und Magnetintegration vorbereitet, wodurch die Produktionskapazitäten zukunftssicher sind. 
Mit diesem System sind Kristalldurchmesser von bis zu 18 Zoll realisierbar.

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