Scanning Acoustic Microscopy

Scanning Acoustic Microscopy

Die akustische Mikroskopie bietet den einzigartigen Vorteil, die innere Struktur eines Materials zerstörungsfrei zu untersuchen – wie etwa Ingots bei der Herstellung von Wafern und MEMS-Systemen, die für Infrarot- oder Röntgenverfahren undurchlässig sind. Durch die Messung von Schwankungen der akustischen Impedanz innerhalb einer Probe erzeugt diese Methode deutliche Kontraste, die verborgene Strukturen sichtbar machen. Eine besondere Eigenschaft ist die vollständige Reflexion von Schallwellen an Lufteinschlüssen, die helle Signale und Phasenverschiebungen erzeugt. Dadurch eignet sich die akustische Mikroskopie hervorragend zur Erkennung von Materialdefekten wie Mikrorissen, Einschlüssen, Gasblasen oder Delaminationen – ein entscheidender Beitrag zu Qualitätssicherung und fortgeschrittener Materialanalyse.

 

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Der Prozess

Die akustische Mikroskopie basiert auf dem Puls-Echo-Prinzip, bei dem ein hochfrequenter Schallwandler (Transducer) schnelle Ultraschallimpulse aussendet und wieder empfängt. Der Transducer verfügt über ein piezoelektrisches Element, das elektromagnetische Signale in präzise Ultraschallwellen umwandelt. Diese werden über ein Koppelmedium – beispielsweise deionisiertes Wasser – in die Probe eingekoppelt. Die Schallwellen werden auf die Probe fokussiert, und die Reflexionen aus inneren Strukturen werden vom Transducer erfasst. Ein Analog-Digital-Wandler (ADC) digitalisiert die empfangenen Signale, und eine fortschrittliche Trigger-Elektronik steuert die Sende- und Empfangszyklen. Das Ergebnis ist eine hochauflösende, nichtinvasive Bildgebung des Probeninneren, die als Grauwertbild dargestellt wird.

Datenerhebung durch Transducer

Systematisch & punktgenau

Der Transducer scannt die Probe Zeile um Zeile (rasterartig) auf der XY-Ebene und auf Wunsch – zum Beispiel bei Proben mit Wölbungen oder herausstehenden Elementen – auch in Z-Richtung ab und stellt schließlich die elektromagnetischen Impulse als Pixel mit bestimmten Grauwerten dar.

Aus den Informationen der einzelnen Pixel ergibt sich ein Bild, das alle erfassten Signale, abbildet. Zunächst erfolgt die Darstellung der Ultraschall-Reflexion an der Probenoberfläche. Ist die Probe intakt, wird das Signal ein zweites Mal wieder an der Rückseite der Probe reflektiert. Die Laufzeitdifferenz der beiden Signale von der Ober- bzw. Unterseite der Probe gibt Auskunft über ihre Dicke. Befindet sich innerhalb der Probe ein Defekt, so kommt es auch an dieser Grenzfläche — zwischen Probe und Defekt — zu einer Schallreflexion.

Frequenz und Auflösung

Konkurrenzlos und spezifisch

Die akustische Mikroskopie arbeitet mit Frequenzen bis in den Gigahertzbereich. Dabei gilt grundsätzlich: Je höher die Frequenz, desto größer die erreichbare Auflösung und umso geringer die Eindringtiefe der Schallwellen.

Weil die Dämpfung in den Kopplungsmedien mit steigender Frequenzzahl quadratisch ansteigt, muss die Linse so nah wie möglich an die zu untersuchende Probe herangebracht werden. Dieser geringe Arbeitsabstand und die Schwierigkeit, hochortsauflösende Transduceranordnungen herzustellen, erfordern eine rasternde Mikroskopie, bei der die Probe Pixel für Pixel untersucht wird.

Mit der ständigen Weiterentwicklung ihrer hochauflösenden Transducer wird die Messgenauigkeit erhöht. Derzeit verfügen die Ultraschallmikroskope von PVA TePla über den höchsten Frequenzbereich bis maximal 1.000 MHz und ermöglichen eine Auflösung bis 0,8 µm. Dies ist natürlich vom Material und der Dichte der zu untersuchenden Probe abhängig.

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SAM-System mit mehreren Transducern bei der Inspektion eines Halbleiterwafers.

Ausführung von zerstörungsfreien Analysen

Scan-Modi der Ultraschallmikroskopie

Scan- Modi – auch Abbildungsmodi genannt - können im akustischen Mikroskop zerstörungsfrei Analysen über den inneren Aufbau von Bauteilen ausführen. Insbesondere helfen diese Abbildungsmöglichkeiten bei Bauteilen zur Erläuterung der einzelnen Schichten und Strukturen zur Delamination- und Riss- Erkennungen. Um detaillierte Einsichten zu bekommen, werden verschiedene Abbildungs- oder Scan Modi verwendet.

Scan-Modi | Messungen im Überblick

Der A-Scan bietet eine lokale Flugzeitinformation aus der Probe (engl. “time of flight“) — eine zeitabhängig aus dem Bauteil reflektierte Ultraschallwelle. Diese Information digitalisiert den ausgewählten Probenbereich durch ein vorher festgelegtes Daten-Gate. Dieses Daten-Gate für die quantitative Zeit-Distanz-Messung (Echo-Zeit) wird für das Einstellen von elektronischen Zeitfenstern in die Tiefe verwendet. Entsprechend ausgewählte Bereiche werden dann im C-Scan aufgenommen. Ein digitales Oszilloskop auf dem Bildschirm bildet die ankommenden Echos ab. Wenn mehr als ein Zeitfenster platziert wird (X- oder G-Scan), werden mehrere Bilder auf dem Monitor angezeigt.

Beim B-Scan handelt es sich im Grunde genommen um eine Aneinanderreihung von A-Scans. Sie erzeugen eine tiefenaufgelöste Querschnittsaufnahme des Bauteils in X-Richtung. Das Gate wird dabei über den gesamten Zeitbereich gesetzt, wobei es vom Anwender konfiguriert werden kann. Mit Hilfe der SAMnalysis Software sind weitere Möglichkeiten für die B-Scan-Analyse gegeben.

Hierbei wird das Gate in einer bestimmten Tiefe und Breite gesetzt (gesteuert in WINSAM). Das Abscannen des Bauteils in X- und Y-Richtung erzeugt ein Schichtbild des Bauteils, dessen Breite der des gesetzten Daten-Gates entspricht. Im Fall delaminierter Flächen kann dieser Bereich sofort rot markiert werden (Anzeige der Phasenumkehr).

Im X-Scan können mehr als 100 C-Scan-Bilder unterschiedlicher Tiefenbereiche während eines Scanvorgangs in Echtzeit simultan erzeugt und angezeigt werden.

Der Z-Scan-Mode zeichnet dreidimensionale Datensätze (tomographische Informationen) auf und ermöglicht offline-Rekonstruktionen von B-, C-, D-, P-, X-, A- und 3D-Scans sowie Laufzeitmessungen der Bilder mit frei wählbaren Gates. Diese können nachfolgend durch die SAMnalysis- und die WINSAM-Software bearbeitet werden.

Ein Transducer oberhalb der Probe stößt ein Ultraschallsignal aus, das von einem zweiten Transducer, unterhalb der Probe, detektiert wird. Dieser Scan-Modus liefert dem Nutzer Informationen über die untere Struktur der Probe. Hierbei analysieren beide Transducer gleichzeitig die Probe.

Zentrale Anwendungsbereiche

Mit hochfrequentem Ultraschall deckt SAM die gesamte Fertigungskette ab: von der Wafer Inspection und Power Device Inspection bis hin zur Metrologie modernster Halbleiter-Packaging-Architekturen. Die folgenden Abschnitte geben einen Überblick über die wichtigsten Anwendungsbereiche, in denen SAM entlang der gesamten Fertigungskette entscheidenden Mehrwert bietet.

Anordnung von SAM-Transducern über einer Probenoberfläche zur hochpräzisen, zerstörungsfreien Inspektion.

Präzision von Anfang an

Wafer Inspection

SAM erkennt frühzeitig oberflächennahe Defekte wie Delaminationen, Hohlräume und Mikrorisse in Wafern – unsichtbar für optische Methoden. Hochfrequenter Ultraschall gewährleistet eine zuverlässige Inspektion dünner Schichten und feiner Strukturen.

Anwendungen: Silizium-, SiC- und Verbindungshalbleiter-Wafer vor oder nach kritischen Prozessschritten wie Dünnen, Vereinzeln oder Epitaxie.

Nahaufnahme eines Scanning-Acoustic-Microscopy-Prozesses.

Für Hochleistungsmodule

Power Device Inspection

SAM analysiert die mechanische Integrität von Mehrschichtstrukturen in Power Devices – und erkennt Delaminationen, Risse, Porosität und Hohlräume in Die-Attach-Schichten, DBC/AMB-Substraten und Packaging-Grenzflächen, um Lebensdauer und thermische Leistungsfähigkeit sicherzustellen.

Anwendungen: Leistungsmodule für Automotive, Industrie und E-Mobilität sowie SiC-Leistungsbauelemente.

Für die nächste Leistungsgeneration

Advanced Packaging Inspection

SAM ermöglicht die hochauflösende Inspektion feiner Strukturen wie Micro-Bumps, TSVs, Underfill-Grenzflächen und Interposer-Schichten – und stellt die Integrität elektrischer Verbindungen in 2,5D/3D-Chip-Architekturen sicher.

Anwendungen: High-Performance-Chips, HBM-Stacks, CoWoS/SoIC-Packages und Flip-Chip-Architekturen.

Industrien im Fokus

Energie

Scanning Acoustic Microscopy ermöglicht eine zuverlässige, zerstörungsfreie Prüfung von Leistungselektronik‑ und Halbleiterkomponenten im Energiesektor und stellt damit Qualität und Sicherheit in kritischen Anwendungen sicher. Die Technologie erkennt interne Defekte wie Delaminationen, Lunker, Risse oder Bondfehler in Modulen wie IGBTs, Kühlkörpern, Dünnschichtstrukturen oder fortschrittlichen Halbleiterbauelementen.

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Automotive

Die zerstörungsfreie Vollprüfung ist für sicherheitskritische Baugruppen in der Automobilindustrie unverzichtbar.

Mit dem Fortschritt der Elektromobilität müssen neue Technologien und Leistungselektronik in Fahrzeugen, Verbrennungsmotoren und Schienenfahrzeugen strengen Qualitätsanforderungen genügen. Unsere Systeme prüfen Verbundwerkstoffe, Leistungselektronik, Sensoren, Steuergeräte, Dichtungen sowie geschweißte, gelötete und gesinterte Verbindungen.

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Halbleiter

Unsere Systeme ermöglichen eine zerstörungsfreie Strukturanalyse zur Erkennung von Defekten und Kontaktfehlern in der Halbleiterproduktion und unterstützen Anwendungen vom Frontend bis zum Backend. Typische Prüfobjekte umfassen Wafer, SiC‑ und Silizium‑Ingots, MEMS, Die‑Strukturen, Mikroprozessoren, LEDs, Flip‑Chips, Leistungselektronik, Bond‑Interfaces, CMOS‑Sensoren, umspritzte und passive Bauelemente sowie Packaging‑Strukturen.

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Medizin

Die zerstörungsfreie akustische Mikroskopie ermöglicht die Darstellung unterhalb der Oberfläche liegender Strukturen in medizinischen Proben ohne Vorbehandlung und erlaubt dadurch eine zuverlässige, hochwertige Analyse von Implantaten, Knochen, Gewebe, Zellen, Thrombenbildung und Zahnstrukturen. Die kontinuierliche Zusammenarbeit mit führenden Forschungseinrichtungen gewährleistet eine fortlaufende technologische Weiterentwicklung für medizinische Anwendungen.

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Akustische Mikroskopie. Präzision auf höchstem Niveau.

Von Laborgeräten über teilautomatisierte Lösungen bis hin zu vollautomatischen Systemen entwickeln wir durch die Kombination wegweisender Technologien und anspruchsvoller technischer Konzepte leistungsfähige akustische Mikroskope und Software, die sich optimal an Ihre Untersuchungsanforderungen und Materialien anpassen lassen. Unsere vielseitigen SAM-Produktlinien zeichnen sich durch intuitive Analysetechnologien aus, gefertigt in Deutschland mit einem unvergleichlichen Verhältnis von Preis zu Leistung.

Die Grundlage unserer Ultraschalltechnologie bildet eine gemeinsame Komponentenplattform, die durch anwendungsspezifische Module für individuelle Lösungen ergänzt wird. Unterschiede bestehen unter anderem in der eingesetzten Hardware, die auf Wunsch erweiterbar ist, im Typ des Scanners und seinem Bewegungsbereich sowie im verwendeten Transducer. Grundsätzlich sind alle unsere Transducer mit sämtlichen Systemen kompatibel.

Über die SAM-Systeme hinaus umfasst unsere Kompetenz auch fortgeschrittene Ultraschall-NDT-Systeme für größere und komplexe Bauteile sowie für industrielle Prüfaufgaben. Diese Systeme basieren auf derselben Ultraschallplattform und bieten zusätzliche Bewegungsachsen, erweiterte Scanbereiche und anwendungsspezifische Automatisierung für hochpräzise Bewertungen vielfältiger Bauteilgeometrien.

 

Zu unseren Ultraschall NDT Systemen

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Lab worker operates scanning acoustic microscopy process in a clean, bright laboratory while another person walks in the background.

Die SAM Systeme im Überblick

SAM Lab-System in der Frontansicht.

SAM Lab

Die SAM Lab bietet einfach zu bedienende Ultraschall-Rastermikroskope zur Prozesskontrolle und Qualitätssicherung sowie für Forschungsanwendungen. Die einzelnen Modelle basieren auf einer Komponentenplattform nach Industriestandard unter Nutzung von führenden Produktions- und Fertigungstechnologien. 

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SAM Auto-Wafer-System in der Frontansicht mit Monitor.

SAM Auto Wafer

Die SAM Auto Wafer‑Serie ist ein dediziertes, zerstörungsfreies System für die automatisierte Wafer‑Inspektion und Prozesskontrolle.
Die Probenanalyse mit vier Dual‑Array‑Transducern ermöglicht hochauflösende akustische Untersuchungen mit hohem Durchsatz – basierend auf neuen HF‑ und Transducer‑Technologien mit Frequenzen bis 400 MHz und Pulser‑Wiederholraten von bis zu 80 kHz.

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PVA TePla Auto-Tray-System mit geschlossener Automatisierungseinheit und Robotikmechanismus für das Laden und Transferieren von Trays.

SAM Auto Tray

Die Herstellung elektronischer Bauelemente, Leiterplatten, IGBT Module und anderer komplexer Komponenten hängt entscheidend von Bonding-, Löt- und Vergussprozessen ab. SAM Auto Tray ermöglicht die zerstörungsfreie Inspektion dieser Bauteile auf entsprechende Defekte.

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PVA TePla SAM Auto-Panel-System mit Monitor für die automatisierte Ultraschallmikroskopie..

SAM Auto Panel

Das SAM Auto Panel wurde speziell für die Prozesskontrolle in der Halbleiterfertigung entwickelt, mit besonderem Fokus auf die Überwachung von Panel-Level-Packaging (PLP) und panelbasierten Halbleitertechnologien sowie anderen komplexen Bauteilen.

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