Plasma im Frontend-Prozess

Zuverlässiges plasmaunterstütztes Trockenätzen ist der wesentlichste und zugleich am häufigsten unterschätzte Prozessschritt jeder erfolgreichen Waferproduktion. Die Komplexität und Miniaturisierung der Waferlithografie mit ihren mehreren Schichten aus Beschichtungen, Maskierungs- und Entmaskierungsprozessen macht einen selektiven und präzise gesteuerten Ätzprozess zwingend erforderlich.

Diese Aufgaben werden perfekt durch die GIGAbatch- und GIGAfab-Systeme von PVA TePla erfüllt, die weltweit in allen relevanten Frontend-Waferfertigungslinien eine bedeutende Rolle spielen.

 

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Der Prozess

Unsere Plasma-Anlagen sind ein entscheidender Prozessschritt in der Waferherstellung. Sie dienen der Entfernung von Photoresisten, Oxidschichten sowie organischen und anorganischen Verunreinigungen und aktivieren Oberflächen für weitere Prozessschritte. Erst danach können zusätzliche Schichten aufgebracht und weitere Lithografieprozesse durchgeführt werden.

Während des Prozesses werden Wafer unter Vakuum einem reaktiven Gasgemisch ausgesetzt, das die Oberfläche oder Schichten entsprechend den Anforderungen behandelt. PVA TePla bietet ein breites Spektrum an Systemen – von kompakten manuellen Anlagen bis hin zu vollautomatisierten Turnkey-Systemen.

Funktionsweise

Sauberkeit, Prozessstabilität, präzise Parametrierung der Prozessgase und tiefes Prozess-Know-how sind entscheidend. PVA TePla verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Plasmatechnologie und ist weltweit etabliert. Viele unserer Systeme erreichen Betriebszeiten von über 20 Jahren – ein klarer Beweis ihrer außergewöhnlichen Qualität.

Entfernen von Fotolacken

Fotolack lässt sich sehr leicht mithilfe eines Plasmaprozesses entfernen, meist unter Anregung durch Mikrowellen. Diese Konfiguration bietet die beste Abtragsrate bei gleichzeitig minimaler Schädigung der Bauelemente im Plasma.

Das Prozessieren einer größeren Anzahl von Wafern im Batch stellt die kostengünstigste Variante pro Wafer dar und bietet die Möglichkeit, den Lack von beiden Seiten gleichzeitig zu entfernen. Allerdings sind die Ergebnisse in der Homogenität des Abtrags durch die Geometrie der Waferbeladung begrenzt. Bei einem Prozess mit reinem Sauerstoff mit vollständiger Entfernung des Lackes spielt dieser Effekt jedoch kaum eine Rolle, da dieser Prozess automatisch auf der darunterliegenden anorganischen Schicht stoppt.

Die Abtragsrate beim Sauerstoffprozess steigt mit zunehmender Scheibentemperatur. Zur Begrenzung dieses Vorgangs haben wir einen Prozess entwickelt, der mit gleichbleibender Temperatur abläuft. Der Vorteil ist das Erreichen einer möglichst hohen Abtragsrate, ohne die voreingestellte Scheibentemperatur zu übersteigen. Die Temperaturüberwachung erfolgt durch ein Infrarot-Thermometer mit entsprechender Steuerung der Mikrowellenleistung.

Descumming nach Lithografie

Beim Descumming wird eine sehr geringe Schicht des Fotolacks mit hoher Gleichmäßigkeit entfernt, um die exponierte Substratfläche für den nachfolgenden Schritt der Galvanisierung oder einen Lift-off-Prozess vorzubereiten. In beiden Fällen sind sowohl eine sauber definierte Lackflanke als auch eine Substratoberfläche ohne organische Verunreinigung gefordert, damit die nachfolgend abgeschiedene Metallisierung gut haftet und die gewünschten Profile aufweist.

Kleinere Substratgrößen lassen sich dabei gut und kostengünstig in einem Batch-Prozess bearbeiten, z.B. bei der Herstellung von opto-elektronischen Bauelementen oder SAW-Filtern. Hierzu können wir je nach Substratgröße und Anforderungen der Bauelemente die Prozesskammer und die Belademöglichkeiten gestalten und spezielle Prozesse mit mehreren Schritten unter Verwendung spezieller Gase entwickeln.

Größere Wafer können aufgrund der strengen Anforderungen, zum Beispiel im Bumping-Prozess, nur noch im Einzelscheibenprozess bearbeitet werden. Hier lässt sich mit entsprechender Gestaltung der Kammer und des Prozesses eine Gleichmäßigkeit von 5% auf einem 300 mm großen Siliziumwafer erreichen.

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Plasma frontend interior view with glowing red-orange plasma and circular electrode.

Industrien im Fokus

Halbleiter

Die Herstellung komplexer elektronischer Komponenten umfasst zahlreiche Prozessschritte, von denen jeder höchste Sauberkeit erfordert. Unsere Plasma-Systeme liefern die notwendige Reinheit für die moderne Halbleiterfertigung.

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Batch-Wafersysteme

Die Plasmasysteme von PVA TePla für den Batchprozess folgen alle demselben Prinzip der Plasmaerzeugung: Die Hochfrequenzanregung wird direkt von der Atmosphärenseite in die Vakuumkammer eingekoppelt. Der Gaseinlass befindet sich auf einer Seite der Kammer, während die Vakuumabsaugung auf der gegenüberliegenden Seite angeordnet ist. Diese Kammergeometrie ermöglicht besonders konsistente Prozessergebnisse.

Smart Control

Das modulare Steuerungssystem verwendet einen Prozessor der neuesten Generation, eine Windows-basierte Plattform als Betriebssystem und eine grafische Benutzeroberfläche. Dadurch können die Prozesse sowohl manuell als auch vollautomatisch gesteuert werden, und die Prozessgase werden über MFCs geregelt. Während des Prozesses werden alle Parameter in ein Rezept geschrieben und in der Datenbank gespeichert. Gleichzeitig werden die aktuellen Werte für Druck, Gasfluss, Leistung und weitere Größen auf einem Display angezeigt, das bei Abweichungen vom Sollwert einen entsprechenden Alarm auslöst.

Single-Wafer-Systeme

Die Plasmasysteme für den Single‑Wafer‑Betrieb sind in der GIGAfab‑Produktreihe zusammengefasst. Diese Systeme sind je nach Substrattyp oder kundenspezifischer Anwendung in verschiedenen Konfigurationen erhältlich – von manuell beladenen Anlagen bis hin zu vollautomatischen Systemen. Je nach Anwendung können diese Systeme mit unterschiedlichen Plasmaquellen ausgestattet werden: von einfachen und kostengünstigen Mikrowellenquellen über großflächige Quellen bis hin zu Radikalquellen mit entferntem Plasma für temperatursensible Siliziumätzprozesse bei ausgedünnten Wafern. Der Wafer kann dabei mit verschiedenen Temperierkonzepten beheizt oder gekühlt werden.

Manuell oder automatisiert

In den manuell beladenen Systemen verfügt die Kammer über eine ausziehbare Tür, und die Wafer werden auf die auf der Tür montierte Heiz- oder Kühlplatte gelegt. In den automatischen Systemen werden die Wafer mithilfe eines Robotersystems über eine On-the-fly-Ausrichtung in die Kammer geladen.

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View into a GIGAbatch 380P with open door and display

Die Systeme im Überblick

Gigabatch 310 frontend plasma system with closed chamber door and signal tower.

GIGAbatch 310M

  • Lösung für kleine Labore und Universitäten
  • Batch‑Waferverarbeitung bis 6 Zoll, 25‑Fach‑Quarzträger oder Einzelmaskensystem
  • Manuelles Be‑ und Entladen über die Tür
  • SU‑8‑Paket für Niedertemperaturprozesse verfügbar
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Gigabatch 380m frontend plasma system with control panel and signal tower.

GIGAbatch 360/380M

  • Geeignet für Labore und Serienproduktion
  • Batch‑Wafergrößen bis 6 Zoll / 8 Zoll, 25‑Fach‑Quarzträger
  • Bis zu 4 Gaslinien
  • Kostenfreie Musteranalysen, professionelle Vertriebs- und Applikationsunterstützung
  • Hochwertige Produkte und höchste Akzeptanz bei allen weltweiten Key Accounts
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Gigabatch 380p frontend plasma system with control panel and signal tower.

GIGAbatch 360/380P

  • Lösung mit vollautomatischem Be‑ und Entladen von Waferbatches
  • Batch‑Wafergrößen bis 6 Zoll / 8 Zoll, 25‑Fach‑Quarzträger
  • SECS/GEM‑kompatibel
  • Elektropoliertes Edelstahlgehäuse
  • Motorisierte Tür
  • Pneumatische Gasventile 
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Gigafab M frontend plasma system with large enclosure and side control panel.

GIGAfab M

  • Waferbearbeitung bis 300 mm (inklusive Wafer auf Tape und Rahmen)
  • Hochraten‑Direktmikrowellen‑Plasmaashing
  • Großflächige Mikrowellenplasmaquelle
  • Gesteuerte Substrattemperatur von Raumtemperatur bis 190 °C
  • Kompatibel mit fluorierter Gaschemie
  • PC‑basierte Prozesssteuerung mit Touchscreen‑Monitor
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Gigafab A frontend plasma system with tall enclosure and integrated components.

GIGAfab A

  • GIGAfab mit vollautomatischer Waferbeladung und FOUP‑Station
  • Verschiedene Frontkassetten‑Konfigurationen möglich
  • Gleiches Mikrowellenquellen‑Design wie bei der GIGAfab M
  • Closed‑Loop‑Kühlchuck, alternativ verfügbar
  • Heizchuck von Raumtemperatur bis 250 °C verfügbar
  • Verschiedene Stufen der Fabrikautomation
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Gigafab Modular frontend plasma system with multi-module enclosure and panels.

GIGAfab Modular

  • Automatisierte Single‑Wafer‑Plasmabehandlung bis 200 mm mit Dual‑Arm‑Robotersystem und Lichtschranke
  • Bis zu 3 Plasmakammern, bis zu 120 Wafer pro Stunde
  • Verschiedene Frontkassetten‑Konfigurationen möglich
  • Integrierter Pre‑Aligner, Kühlstation, Filter‑Fan‑Unit
  • Heizchuck bis 250 °C
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